Wigmar Bressel – #Das Manufakturen Blog Art Projekt

Wigmar Bres­sels Kunst entstand im Jahr 2019 auf dem social-media-Kanal Insta­gram. Wie keinen Anderen, haben die beiden Pole „Kunst“ und „Manu­faktur“ das Leben des Bremer Künst­lers über Jahr­zehnte geprägt, und der Bilder­strom, der sich nun bahn bricht, scheint sich schon vorher (viel­leicht im Unter­be­wussten) ange­sam­melt zu haben.

Bressel, der durch seine jahre­lange Arbeit in und für Manu­fak­turen mit einem Fuß fest in der Produk­tion steht, gelingt es, Manu­faktur-Produkte in irri­tie­rende Collagen aufgehen zu lassen: durch Abstrak­tion, Verschach­te­lung, farb­liche Bear­bei­tungen.

 

Bressel inter­es­siert sich für eine kultu­relle Ökologie der euro­päi­schen Manu­faktur – als einen Kultur­raum der Quali­täts­pro­duk­tion – der vieler­orts bedroht ist. Statt das Thema rein poli­tisch oder publi­zis­tisch anzu­fassen, betritt er seine persön­liche, künst­le­ri­sche Posi­tion. Dort ist er frei und kann tun und lassen, was er als Beob­achter wahr­nimmt und will.

 

Wigmar Bressel faszi­nieren tradi­tio­nelle Tech­niken der Glas­bläser, Porzel­lan­her­steller oder Pols­terer; seine bild­ne­ri­schen Essays zeigen keine Welt von gestern, sondern eine Welt, die heutig, aber vom Verschwinden bedroht ist.

 

Das Leben, so scheinen es die Bilder Bres­sels zu sagen, ist ein gestalt­barer Prozess und neben dem Ausleben der Erotik und von Affekten sind es Lebens­tech­niken wie Ironie, das Lachen, aber auch die Sorge um den eigenen Körper, das Feiern von Festen, das Entfalten von Krea­ti­vität oder das Pflegen von Freund­schaften, die das Leben lebens­wert machen. In alle diese Prozesse sind zahl­reiche lebens­welt­liche Dinge – die Produkte – einbe­zogen; wer sich nicht dafür inter­es­siert, was diese Dinge aussagen, wer sie gestaltet hat und unter welchen Bedin­gungen, wendet sich von einer Lebens­kunst ab und gehorcht nur noch den allge­meinen Lebens­füh­rungs­mo­dellen.

 

Wigmar Bressel, Jahr­gang 1970, geboren in Hildes­heim, ist Gesell­schafter der Besteck­ma­nu­faktur von Koch & Berg­feld in Bremen. Zehn Jahre war er ehren­amt­li­cher Vorsit­zender des Verbandes Deut­sche Manu­fak­turen. Im Internet sowie auf den social-media-Kanälen betreibt er den Manu­fak­turen-Blog sowie seit dem Jahr 2019 auf Insta­gram das @ManufakturenBlogPopArtProjekt; er lebt und arbeitet als freier Künstler, Blogger und Publi­zist in Bremen.

 

Freitag 11 Juni 2021
bis Sonntag 27 Juni 2021